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Hühnerhaut-Momente auslösen - wie geht das?

"Da bekomme ich grad Hühnerhaut!" - "Mir stellt es die Haare auf!" Das sind Kommentare, wenn wir einen hoch emotionalen Moment erleben. Oft ist dabei Musik oder Kunst im Allgemeinen im Spiel. Wie aber löst du den Hühnerhaut-Moment ohne Musik aus? Wie schaffst du es, etwas so zu vermitteln, dass deine Mitarbeiter und Kunden tief berührt und motiviert werden? Das erkläre ich dir im heutigen Blog-Beitrag. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Du kämpfst um Aufmerksamkeit, du kämpfst um die Motivation deiner Kundinnen und Kunden, deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Du willst die Menschen für etwas bewegen, berühren, begeistern: Für dein Produkt, für deine Dienstleistung, für dein Anliegen, deine Angebote. Du brauchst eine wirkungsvolle Kommunikation. 

 

Musik, die uns gefällt, hat den Vorteil, dass sie direkt und unmittelbar zu unserem Herz und unserer Seele spricht. Sie lässt unsere Seele buchstäblich schwingen. Das hat energetisch ausgedrückt mit Resonanz zu tun. Wenn wir nun etwas erzählt haben und unser Gegenüber sagt "das ist Musik in meinen Ohren", dann wissen wir, dass wir mit unserer Botschaft auch irgendwo "dort" im Herz angekommen sind, nämlich bei den Bedürfnissen und vielleicht sogar bei den Sehnsüchten der Menschen, die wir ansprechen wollen. Wenn sie dazu noch mit Hühnerhaut reagieren, haben wir auf ihrer Frequenz kommuniziert und Resonanz ausgelöst.

 

Und darum geht es letztlich, ob wir mit oder ohne Hühnerhaut kommunizieren wollen: Dass wir dabei hinter unseren Kunden oder Mitarbeitenden immer die Menschen sehen. Aber beginnen wir von vorne, mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Hühnerhaut-Effekt. 

 

Ich möchte dir Mut für die folgenden 5 Schritte machen:

1. Schritt: Verabschieden (gleich zweimal!)

Wir haben gelernt, sachlich zu schreiben und posten sogar teilweise auf der eigenen Website wie auch den sozialen Medien in dieser Art, um professionell zu wirken. Wir sind dabei oft vornehm zurückhaltend, um Eigenwerbung zu vermeiden - weil wir Werbung und Eigenlob verabscheuen.

 

Verabschiede dich erstens von der Auffassung, dass professionell nur sein kann, wer sachlich und nüchtern ist. 

 

Verabschiede dich zweitens davon, dass du keine Eigen-Werbung machen darfst, um anzukommen. Das "Wie" und die Botschaft wird den Unterschied machen. Das erläutere ich unter Schritt 2.

 

Wir können leidenschaftlich und gleichzeitig professionell sein. Denn die Menschen werden durch Gefühle bewegt und motiviert, nicht durch Fakten. Sie verlangen heutzutage nach Inspiration, weil sie Orientierung brauchen. Inspirieren bedeutet vom Wortstamm her nichts anderes als beseelen. Wer umgekehrt versucht zu manipulieren, etwas aufzuschwatzen - wie wir das von der klassischen Werbung gewohnt sind - wird keinen Erfolg haben. 

 

Mit Leidenschaft meine ich nun nicht, dass du ständig jubeln und lachen und dich freuen musst, um deine Kunden und Mitarbeitenden zu begeistern. Du kannst auch ernst, sogar nüchtern, einfach bei dir selbst bleiben und löst trotzdem Emotionen aus. 

 

Im Unterschied zur sachlichen Nüchternheit brauchst du allerdings dafür eine andere Wortwahl, die richtige Botschaft und noch vorher den richtigen Kompass. 

 

 

2. Schritt: Richte deinen Kompass neu aus

Wir sind in einer Welt, in der nach wie vor gerne Produkte und Angebote ausgelobt werden: Wir versprechen beste Qualität, unterhaltsame Angebote, wir versprechen Hochgenuss, ein Produkt ist superfrisch, das andere marktfrisch, ein anderes Produkt führt zu Glücksmomenten, es ist nachhaltiger produziert als das Konkurrenzprodukt und wird jetzt sogar international vertrieben....

 

Das sind alles gute Eigenschaften, und wir meinen es ja auch gut... aber es ist der falsche Fokus, um einen Hühnerhaut-Moment zu schaffen. Im Gegenteil: Mit dieser gewohnten Sprache richten wir uns auf das "Was wir tun" und betreiben somit klassische (verhasste) Produkt-Werbung. 

 

Für den Hühnerhaut-Moment jedoch richten wir unseren Kompass und unsere Wortwahl weg vom Produkt, hin zum Menschen. Und zwar nicht nur zu deren Bedürfnissen, sondern zu den Auslösern. Nir Eyal spricht in seinem Bestseller-Buch "Hooked - wie Sie Produkte erschaffen, die süchtig machen" wie wichtig es ist, den inneren, emotionsgeladenen Auslöser der Kunden zu kennen. Danach bieten Produkte, die im Kopf der Konsumenten mit spezifischen inneren Auslösern verbunden sind, rasche Erleichterung. Den Link zum Buch findest du am Ende des Beitrags.

 

Aber zuerst müssen wir uns um uns selbst kümmern und uns klar darin werden, was unser ganz persönlicher innerer Auslöser ist, der sich am idealsten mit Hühnerhaut bemerkbar macht. 

 

3. Schritt: Frage dich nach deinem Warum - oder noch besser: nach deinem Wofür

Für den Hühnerhaut-Moment ist es also wichtig, die Beschreibung vom "Was wir tun" nicht ins Zentrum zu stellen. Anstelle davon rückt die Antwort auf das "Warum wir tun, was wir tun". Das Wort "Warum" ist nichts anderes als die Frage nach dem Sinn, nach unserer innersten Motivation. 

 

Kleiner Einschub: 

Die Frage nach dem "Warum wir tun, was wir tun" ist eigentlich die Frage nach dem "Wofür". Das ist ein gigantischer Unterschied. "Wofür - nämlich für welchen Zweck, für welchen Mehrwert meiner Kunden und Mitarbeitenden - mache ich das, was ich mache, jeden Tag?" Mit dem "Wofür" richten wir uns in die Zukunft - mit dem "Warum" rechtfertigen wir, was wir bisher getan haben - und das geht oft in die falsche Richtung. Sozusagen die "Anti-Hühnerhaut-Richtung".

 

Als ich noch den Begriff "Warum" brauchte, hat mein allererster Kunde von mir auf meine Frage, warum er am Morgen gerne aufsteht, geantwortet: "Ich stehe grundsätzlich nicht gerne auf." Und nach kurzem Überlegen: "Da müsste das Haus brennen, damit ich gerne aufstehe." 

 

Erst mit den folgenden Fragen kamen wir der Antwort auf die Spur:

 

- "Was könnte dein Beitrag für eine bessere Welt sein?"

- "Wofür lebst du?"

 

Die Frage nach dem "Wofür", direkt oder indirekt mit diesem Wort, geht in eine Sinn erfüllende Richtung. (Ich fragte ihn dann auch noch, wofür er brennt, für welchen Wert, also welchen Brennwert er hat - und kam so zu meinem Firmennamen - aber das ist eine andere Geschichte :-))

 

Andere antworten auf die Frage nach dem "Warum" leidenschaftlich mit ihren Geschäftsmodellen. "Warum? - Ich schwärme für papierloses Büro" - deshalb biete ich coole Software an." Das ist zwar emotional aufgeladen, aber gibt uns das Hühnerhaut? 

 

Die Richtung, in welcher die Kribbeln auslösende Antwort zu suchen ist, liegt bei den Sehnsüchten der Menschen. Diese lassen sich nach dem Modell der Nutzenpyramide, das ich einmal in einem Blogbeitrag beschrieben habe - siehe Link unten, in sechs Hauptgruppen unterteilen:

  • Zugehörigkeit&Anerkennung
  • Freiheit & Abenteuer
  • Motivation
  • Selbstverwirklichung
  • Hoffnung

Alle Technologien haben in der Vergangenheit erst den Durchbruch erlangt, als die Menschen erkannten, dass sie ihnen nicht nur rational nützten, sondern ihnen helfen, zu ihren Sehnsüchten, zu ihrem guten Leben beizutragen. Dabei ist es der vorhin erwähnte innere Auslöser, der dominant die Sehnsüchte antreibt, und zwar ist er oft negativ. Ein Beispiel für den Durchbruch von Instagram: Die Furcht vor Langeweile treibt die Sehnsucht nach Motivation, vielleicht sogar nach Selbstverwirklichung an. Das Tool dazu: Instagram.

 

Technologien brauchen einen sozialen Durchbruch und damit die verbundenen hoch emotionalen Gefühle.

 

Warum also sollten die Menschen ein papierloses Büro wollen? Zum Beispiel weil ein aufgeräumtes Büro zu mehr Freiheit in ihrem Denken sorgt. Zum Beispiel ;-)

 

Es gilt also, für den Hühnerhaut-Effekt das persönliche Warum zu finden, das du mit den Menschen deiner Hauptzielgruppe teilen kann. Die Frage nach dem "Wofür" ist somit eine zutiefst menschliche Frage. Damit du dein mögliches "Warum" schärfen kannst, empfehle ich dir diesen Blogartikel "Was das Warum nicht ist". 

 

Hier gleich für die Warum-Findung zwei weitere wertvolle Tipps, welche speziell auf Hühnerhaut ausgelegt sind :-)

 

1. Frage dich nach jeder Antwort solange nach dem "Wofür", bis du keine Antwort mehr weisst - und behalte dabei immer die Sehnsüchte nach einer besseren Welt vor Augen. 

 

2. Achte darauf, bei welcher Antwort du selbst Hühnerhaut bekommst. Das ist die unmittelbarste Körperreaktion - und es ist die ehrlichste Reaktion, die du erhalten kannst. Es hilft zu verhindern, dass dein "Wofür" auf rein rationalem Weg geboren wird - etwa weil dein Verstand weiss, dass es hier ein Bedürfnis der Menschen gibt - oder weil du findest, dass dieses "Wofür" irgendwie gut tönt. 

 

Die Hühnerhaut ist somit der Lackmustest für dein Warum. Sie zeigt, wo du innerlich brennst und was es wert wäre, mit den Menschen zu teilen. Erst die Hühnerhaut macht dein Markenversprechen glaubwürdig und authentisch. 

 

4. Teile deine Goldmine

Du hast also deinen Hühnerhaut-Moment entdeckt, resp. was deine Hühnerhaut ausgelöst hast. Kompliment! Das ist nicht einfach.

 

Wer seinen Hühnerhaut-Moment entdeckt hat, hat auch eine Goldmine entdeckt - es ist die Goldmine deines Marketings, deiner Kommunikation. Nun geht es darum, dass du deine Goldmine nicht etwa sorgsam versteckst und dich einsam daran erlabst. Wir leben im Zeitalter des Teilens, des Mitmachens und Mitwirkens, der gemeinsamen Werte. 

 

Du teilst dein Wofür, indem du die Menschen deiner Zielgruppe damit inspirierst - so wie ich dies gerade mit diesem Blog tue. Mein Wofür ist die Überzeugung, dass Leidenschaft für Menschen magisch und machtvoll ist. Wenn wir wissen, wofür wir brennen, verbessern wir nicht nur unsere Lebensqualität, sondern inspirieren auch die Menschen für ein gutes Leben. Hier beginnt wirkungsvolle Kommunikation. Hier beginnt eine bessere Welt. 

 

Inspirieren und damit den Menschen unmittelbar das Wissen für ein besseres Leben zu schenken ist bestes, weil emotionales Content Marketing. Damit zahlst du aber auch direkt auf dein Angebot ein, das du ja gerne vermitteln, für das du gerne werben, das du verkaufen möchtest - weil du dieses Wofür im Fokus hast. Denn wenn du offen legst, warum oder wofür du dein Produkt, deine Dienstleistung anbietest, lässt du deine Zielgruppe nicht nur an deiner Aufrichtigkeit, sondern auch an deinen Gefühlen teilhaben. Im besten Fall an deiner Hühnerhaut-Emotion. Denn die Menschen kaufen keine Produkte, sie kaufen Gefühle. 

 

Damit ist auch gesagt, dass dein Wofür, dein oberster Zweck nicht der Umsatz oder Profit sein kann. Umsatz und Profit sind die Folge davon. Denn das Geld fliesst dorthin, wo ein Mehrwert angeboten wird. Und je emotionaler dieser ist, umso besser wird es fliessen - solange du dein Wofür aufrichtig lebst und kommunizierst.

 

5. Trainiere deinen Hühnerhaut-Moment - täglich :-)

In der Hektik des Alltags, im ständigen Wirbel unserer Gedanken vergessen wir gerne, auf unsere Körperreaktionen zu achten, und damit auf den Hühnerhaut-Effekt. Ich verspreche dir: Je mehr du darauf achtest, wie Worte auf dich wirken - und zwar auf dein Herz, deine Seele - umso besser wirst du deine Hühnerhaut wahrnehmen, umso authentischer und glaubwürdiger wirst du mit deinem Verhalten, deiner Botschaft sein, umso stärker wirst du auf deine Kunden und Mitarbeitenden wirken. 

 

Etwas, das du nun jeden Tag für deine Hühnerhaut tun kannst, ist es, dein Wofür zu visualisieren. Suche dazu ein machtvolles Bild, in das du täglich zu einer festgelegten Zeit versinken kannst. Du wirst mit diesem Bild nicht nur den Zugang zum angenehme Kribbeln erleichtern, sondern auch Kraft wie beim Sport, bei der Meditation oder bei der Musik tanken. 

 

Das waren die Schritte, die dir dabei helfen, einen Hühnerhaut-Moment auszulösen. Hier sind sie nochmals zusammenfassend:

1. Verabschiede dich von der alten Auffassung, dass nur sachlich-nüchterne Kommunikation professionell ist. 

2. Richte deinen Kompass neu aus - von den Produktwerten hin zu den Menschen und ihren Sehnsüchten. 

3. Frage dich nach deinem Warum resp. deinem Wofür

4. Teile deine Goldmine

5. Trainiere deinen Hühnerhaut-Moment -  täglich :-)

 

Fazit: 

Wer sein wirkliches "Wofür" gefunden hat und dieses teilt, kann einen Hühnerhaut-Moment auslösen. Einfach deshalb, weil das Wofür das grosse Ganze meint und wir damit beweisen, dass es uns ernst damit ist, zu einer besseren Welt beizutragen. Unsere eigene Hühnerhaut ist der Lackmus-Test dafür, ob unsere Wofür-Botschaft echt und glaubwürdig ist. Das hilft, unsere Marke nach innen und aussen zu stärken. Trainiere dazu täglich die Wahrnehmung deiner Hühnerhaut, indem du mit einem kraftvollen Bild dein Wofür visualisierst.

 

Die Art, wie wir für uns werben ändert sich. PR mit Zukunft ist persönlich. 


Links:

 

Blogbeitrag: Modell der Nutzenpyramide (Blog-Titel: Werte sind menschlich - und deshalb hoch relevant)

Blogbeitrag: Was das Warum nicht ist

Buch: "Hooked" - wie Produkte süchtig machen. Autor: Nir Eyal. 

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