Diese Geschichte finden Sie natürlich auch auf der Homepage von Götti+Niederer Optik Luzern
www.goetti-niederer.ch

Frau Walpen und die kurzen Hosen

Freunde… Freunde zu haben ist etwas Schönes. Oder nicht?

 

Oben auf dem Crap Sogn Gion in Laax beim Mittagessen geschah es.

Mein Freund Sven Götti und ich, Urs Niederer, waren mit unserer Clique Skifahren. Übermütig, voller Euphorie und Tatendrang beschlossen wir, unseren Freunden von unserem grossen Plan zu erzählen. «Die Optiker-Branche ist verstaubt. Altmodisch. Die tragen noch weisse Kittel! Die Kunden rauchen im Geschäft! Wir wollen alles besser machen – und anders als die anderen sein!» riefen wir. «Wir wollen modisch sein. Eigene schöne Brillen anbieten, versteht ihr? Und das exklusiv im schönsten Geschäft!»

 

Der Eröffnungsevent kam bei den Luzernern gar nicht an...

Aber was taten sie, unsere Freunde? Statt zu jubeln, uns auf die Schulter zu klopfen und Erfolg zu wünschen? Sie lächelten. Sie belächelten unsere Vision! «Ihr seid grössenwahnsinnig. Das wird doch nie funktionieren!»

Freunde… Doch gerade mit ihrem Misstrauen haben sie uns extrem gestärkt.

«Jetzt erst recht», sagten wir uns. Mutig bauten wir in der Luzerner Altstadt unser Optiker-Geschäft auf. Wir, zwei Zürcher in Luzern! Und das inmitten von 17 anderen Optiker-Geschäften; sozusagen in der Höhle des Löwen. Mit einer verrückten Aktion kündigten wir die Eröffnung an – die bei den Luzernern gar nicht ankam (aber das ist eine andere Geschichte…).

 

Unser Geschäft blühte auf

Nach diesem wahnsinnigen Eröffnungsevent ging es ums harte Geschäft. Brillen, die Freude machen! Statt schreckliche Gestelle, die das Gesicht verschneiden. Tönt doch gut, oder? Aber nein. Diese Balkenbrillen waren damals der Trend. Wir fielen senkrecht auf die Nase. Niemand hatte auf uns gewartet.

Es lief nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Doch wir machten weiter, wir hielten durch, Sven und ich. Die Liebe zur Brille war unsere Liebe zum Schönen. Kompromisslos. Und endlich, endlich sprach die neue Mode für uns. Unser Geschäft blühte auf. Auch dank einer eigenen Kollektion, an der wir lange getüftelt hatten.

Nach einigen Jahren konnte ich ein zweites Geschäft in Zürich mitsamt seinen Kunden übernehmen. Kunden im Gesamtpaket! Zürich City! Ein Traum… Aber die Kunden des ehemaligen Besitzers behandelten uns richtig frech und respektlos. Meine Mitarbeiter waren am Abend erledigt, weil sie es ihnen nie recht machen konnten. Es war ein Albtraum.

 

Eines Tages, an einem schönen Sommertag, kam sie zur Tür herein: Frau Walpen*. So eine typische Züriberg-Dame. Ich begrüsste sie freundlich und wollte sie bedienen, da musterte sie mich von oben bis unten.

 

«Das geht gar nicht!» keifte sie. «Wenn das der ehemalige Besitzer wüsste! Der hätte Ihnen das Geschäft nicht verkauft! Sie sind doch der neue? Von so einem lasse ich mich nicht bedienen!»

 

Was war passiert? Ich trug kurze Hosen - kurz, aber gepflegt. In diesem schrecklichen Moment wurde mir etwas bewusst: Hey, in Luzern, haben wir es schön! Jeder, der zur Tür reinkommt, lacht und verbreitet einfach positive Stimmung! Die sind alle so locker, unkompliziert, sympathisch. So schön!

 

Ich schluckte und antwortete:
«Ja gut, Frau Walpen. Ich habe zwar lange Hosen hier, aber ich gehe mich jetzt nicht umkleiden! Sie können gerne an einem anderen Tag kommen.»

Sie ist sie, ich bin ich. Da bleibe ich authentisch.

 

«So unverschämt! Ich komme gar nicht mehr!»

Sie packte ihre Handtasche, blitzte mich an, wirbelte herum, stöckelte erhobenen Hauptes hinaus und rammte die Tür zu.

 

Kunden, mit denen ich mich wohlfühlen kann

Zehn Minuten später läutete das Telefon. Es war die beste Kundin des ehemaligen Besitzers gewesen, wie er mir sagte. Da wurde mir kurz etwas anders. Doch ich hielt daran fest: «Das ist mir eigentlich gleich. Ich möchte Kunden, mit denen ich mich wohl fühlen kann.»

 

Daraufhin kam es erst mal ganz arg. Ich verlor 90 Prozent der Kunden. Erst mit der Zeit kamen dann viele Kunden wieder zurück, die uns wohl gesinnt waren. Mit ihnen erlebten wir acht tolle Jahre in Zürich. Aber Frau Walpen blieb bei ihrem Entschluss. Sie kam nie wieder.

 

Was wir damals in Laax verkündet hatten, wurde wahr 

Dieses Geschäft habe ich vor kurzem verkauft. Ich bin glücklich hier in meinem Stammgeschäft in Luzern, mit meinen Kunden, meinen Mitarbeitenden und meinem Laden. Danke! Alles passt! Genauso, wie wir es damals in Laax verkündet hatten. Wir haben die besten Kunden. Zu denen auch unsere Freunde gehören.

 

Die Liebe zur Brille ist die Liebe zum Schönen, ist die Liebe zur Schönheit. Wir glauben, dass diese auch von innen kommt: Wir bleiben uns selbst. Gleichzeitig gehen wir wertschätzend miteinander um. Das ist wahre Schönheit.

 

Und wir tragen keine Kittel - dafür ab und zu mal kurze Hosen.

«So, so… - der Chef in kurzen Hosen!» grinste kürzlich ein Kunde.

Ich: «Ja und? Eifersüchtig?»

 

Warum sind wir Optiker?

 

Weil wir einen Beitrag dazu leisten wollen, wahre Schönheit klar zu sehen.

 

Dazu bieten wir grossartige Brillen in einer einmaligen Ladenatmosphäre an.

 

 

25 Jahre Götti+Niederer

Wahre Schönheit – Jetzt erst recht.

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*Namen geändert